Crowdfunding auf dem Schotterweg: „Regionalität spielt eine ganz prägnante Rolle“

Über 290.000 Euro sind seit Juli 2015 über den „Schotterweg“ in Startups und Projekte geflossen. 3.388 Unterstützer weist die Bremer Crowdfunding-Seite aus, 2.220 Fans und 61 Projekte. Höchste Zeit, das genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir haben Sabine Fröhlich vom Schotterweg-Team getroffen.

 

Sabine, erklär mal: Was ist Schotterweg?

Schotterweg ist eine Crowdfunding-Page auf Startnext, der größten deutschen Crowdfunding-Plattform. Initiatoren sind die BAB, die Förderbank für Bremen und Bremerhaven und die WFB, die Wirtschaftsförderung Bremen GmbH in Kooperation mit Startnext. Mit dem Schotterweg bieten wir ein regionales Schaufenster, auf dem sich die Crowdfunding-Projekte aus dem Land Bremen präsentieren.

Welchen Vorteil bietet Schotterweg?

Die Projektstarter können sich auf dem Schotterweg gezielt in Bremen und Umgebung präsentieren. Alle Projekte finden sich natürlich auch auf Startnext, also in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aber Regionalität spielt eine ganz prägnante Rolle, denn es werden die Mitmenschen vor Ort angesprochen, die über Crowdfunding ihre Umgebung mitgestalten können. Wenn ich zum Beispiel sehe: „Hey, da ist ein Theaterprojekt geplant, das ich interessant finde“, bedeutet das: Wenn ich es unterstütze, trage ich dazu bei, dass es umgesetzt wird. Und dann kann ich es auch besuchen. Ich kann mich also für mein Umfeld engagieren. So eine Crowdfunding-Plattform hat viele Benefits, nicht nur den offensichtlichen Finanziellen für die Projekte. Der Schotterweg schafft öffentliche Aufmerksamkeit, hilft beim Aufbau von Netzwerken und von Identität.

Wer darf den Schotterweg nutzen?

Jeder kann sich dort versuchen, die einzige Bedingung ist: Du musst aus dem Land Bremen kommen. Bisher sind 61 Projekte den Schotterweg gegangen, ganz unterschiedliche: Kommerzielle Startups waren und sind darunter, aber auch soziale und kulturelle Projekte.

Wie unterstützt Ihr die Projektstarter?

Mit Wissen und Know-how. Bei Bedarf beraten wir auch persönlich, in erster Linie bieten wir vom Schotterweg-Team aber Workshops an, in denen wir den Interessierten eine Idee an die Hand geben, wie ein Projekt zu gestalten ist, was wichtig bei der Umsetzung ist. Die Workshops für 12 Personen dauern drei bis dreieinhalb Stunden, das ist intensive Arbeit. Die Nachfrage ist hoch – und, was sehr schön ist: Den meisten, denen wir im Workshop begegnen, begegnen wir anschließend auch auf der Schotterweg-Seite.

Was ist das Wichtigste, das Projektstarter mitbringen müssen?

Das A und O ist Zeit. Du brauchst keine finanzielle Grundlage, aber Zeit. Und du musst für deine Idee brennen. Nur dann kannst du die Crowd überzeugen. Der Funke muss überspringen. Das bedeutet natürlich auch: Jeder Projektstarter muss kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren und auf sich und sein Projekt aufmerksam machen.

Zum Schluss: Was steht in den nächsten Monaten an?

Einiges! Ein Workshop pro Monat, im Mai sind wir mit einer Info-Veranstaltung im Pasdocks in Gröpelingen … Und wir wollen weiter an unserem Ziel arbeiten, dass Crowdfunding bei uns noch bekannter wird und die Crowd in Bremen und Bremerhaven stetig wächst.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

https://www.bremen.de/schotterweg

Mehr zur Info-Veranstaltung am 24. Mai

Der nächste Schotterweg-Workshop findet am 17. Mai in Bremen statt.