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FoPo! – die Food-Recycler

Ein internationales Team sagt der Lebensmittelverschwendung den Kampf an – vom Bremer Kraftwerk aus.  Aus aussortierten Früchten machen sie leckeres und praktisches Pulver: FoPo! – Food Powder. Wir haben mit den Gründern gesprochen.

 

 

Erzählt: Was macht Ihr?

Nun, im Grunde sammeln wir hässliches Obst und Gemüse; solches, das keiner mehr haben will. Das kaufen wir entlang der Wertschöpfungskette auf, von Produzenten, Im- und Exporteuren, und trocknen es. Daraus machen wir ein Pulver, das sich bis zu zwei Jahre lang hält. Bis zu 90 Prozent der Nährstoffe werden so konserviert und können weiterverwendet werden – anstatt im Mülleimer zu landen.

 

Und was kann man mit dem Pulver machen?

Viel! Das Pulver ist sehr leicht zu verarbeiten und flexibel einsetzbar. Endkunden können es für Smoothies nutzen, für Dips, Jogurt und so weiter. Und im B2B-Bereich verkaufen wir es als Zutat zum Beispiel an Bäckereien. Gerade testen eine Bäckerei in der Schweiz und ein Fitnessstudio in der Nähe von Münster unsere Produkte.

 

Wie seid Ihr auf die Idee zu FoPo! gekommen?

Wir drei Gründer sind Absolventen des Studienganges „Food Innovation and Product Design“. Während des Studiums haben wir an einem Wettbewerb teilgenommen. Die Aufgabe war: „How to feed 9 billion people in 2050?“ Also: Wie versorgen wir 2050 die Weltbevölkerung? Unsere Idee war, Nahrung zu nutzen, die sonst weggeworfen wird. Das war der Anfang.

 

Und wie ging es weiter?

Nach dem Abschluss hatten wir eine schwierige Phase: Es war schon ein großes Risiko, das Projekt weiterzuverfolgen, ohne zu wissen, wie es sich entwickeln würde. Viel Arbeit, kein Einkommen, die Zeit hat viel Durchhaltewillen erfordert. Aber letztendlich haben wir die Zusage für das Förderprogramm im Kraftwerk City Accelerator bekommen. Das hat uns gefestigt.

 

Was ist Eure langfristige Vision für FoPo?

Nun, wir wollen eine Welt, in der kein Essen weggeworfen wird. Lebensmittelverschwendung beenden und mehr Menschen mit Nahrung versorgen, das ist die große Vision. Langfristig wollen wir auch andere Arten von Essen retten, aber für den Moment beginnen wir damit, Obst und Gemüse in Form von Pulver zu bewahren, und später auch in Form von Frucht-Riegeln und Trockenfrüchten, um unsere Produktpalette zu vergrößern.

 

Habt Ihr einen Tipp für Startup-Gründer?

Eine Idee, ein Plan, das ist alles gut – aber ob es funktioniert, erfährst du nur, wenn du mit deinen Kunden sprichst. Und nur sie werden dir sagen, ob es deine Idee Wert ist, gekauft zu werden. Wir machen deshalb gerade eine Aktion  in einigen EDEKA-Märkten in Bremen; wir präsentieren unsere Produkte und reden mit den Kunden. Und verkaufen pro Stunde 7 bis 10 Packs.

 

Kaufen die Kunden wegen des Geschmacks oder wegen der Idee hinter Euren Produkten?

Beides: Manche probieren einen Dip mit Oliven-Powder und kaufen direkt ein Paket, weil sie es so lecker finden. Es ist auch wirklich lecker! Und andere sagen, ihnen gefällt die Idee und die wollen sie unterstützen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

www.myfopo.com